GSC Ratisbona

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Einfach Fliegen

Streckenfliegen am Stoderzinken

In den Prognosen zeichnete sich seit mehreren Tagen ein guter Streckenflugtag am Samstag, den 02. Mai 2026 ab. Das ursprüngliche Ziel, der Hochfelln, war dann am Vortag nicht mehr so gut vorhergesagt, da die lange und trockene Hochdruckphase die frühe Thermikentwicklung im Alpenvorland bremst. Daher wurde spontan auf den Stoderzinken umgeplant. Angesagt war ein früher Thermikbeginn, kaum Wind und ausschließlich Blauthermik. Vom GSC waren dabei Britta, Andi A., Dominik und Markus.

Das Fluggebiet Stoderzinken:

Der Stoderzinken liegt in der Steiermark in der Region Dachstein / Schladming. Erreichbar sind die beiden Startplätze über die Mautstraße am Gröbming bis zu den Gipfelrestaurants. Von dort aus geht es zu Fuß zum unteren Startplatz (ca. 8 Minuten) oder zum oberen Startplatz (ca. 35 Minuten). Der Weg führt zuerst auf der Straße, dann als anfangs flacher Steig zum unteren Startplatz mit Drachenrampe. Dort vorbei zieht sich der Steig durch die Latschenfelder weiter, wird allmählich steiler und teilweise treppenartig. An einigen kurzen Stellen muss man sich auch mit den Händen abstützen, um zwischen den Felsen hindurch zu kommen. Oben angekommen erstreckt sich ein großes Wiesen-Plateau, das viel Raum für die Startvorbereitungen gibt. Startmöglichkeiten gibt es in alle Richtungen (W, N, SO, S), wobei die Streckenflieger sich normalerweise nur für die SO und S-Richtung interessieren. Durch die besondere Ausrichtung nach Ost-Südost ist hier früh mit Thermik zu rechnen. Die große Starthöhe von 2.000 Meter ermöglicht oft einen Thermikeinstieg ab 9:15Uhr.

Der Tag:

Die Flugschule Sky Club Austria ist vor Ort und organisiert an guten Streckenflugtagen die Auffahrt. An diesem Tag wurden zwei Shuttlezeiten angeboten. Gewünscht wurde, dass man sich über eine Whatsapp-Umfrage für eine Abfahrtszeit anmeldet. Auch wurde über diesen Kanal weitere Informationen verbreitet. Zur Auswahl standen 7:00 und 8:45 Abfahrt. Die meisten ambitionierten Streckenflieger haben das frühe Shuttle gebucht und so traf man sich um 6:15 an der Flugschule zum Busticketverkauf. Der Reisebus und die beiden Shuttlebusse der Flugschule waren nahezu vollständig mit den 80 Piloten besetzt. Als das Ende der Mautstraße erreicht wurde schulterten alle das Gepäck und machten sich auf den Weg zum oberen Startplatz. Dort angekommen wurden gleich die Schirme und Gurtzeuge vorbereitet, um schnell und geordnet starten zu können. Leider ließ die Thermik etwas auf sich warten. Als um 10 Uhr dann die ersten verlässlichen Blasen am Startplatz vorbeizogen sind die ersten Piloten rasch gestartet. Zu dieser Zeit kamen gerade die ca. 50 Piloten an, die mit den späteren Shuttles gefahren sind, um sich auch bald in die Luft zu begeben.

Um kurz nach 10 ging es für mich auch in die Luft. Anfangs war die Thermik noch sehr blasig und zyklisch. Einige Top-Piloten und einheimische Cracks bildeten mit mir die Vorhut und so arbeiteten wir uns gemeinsam in den inkonstanten Bedingungen Stück für Stück am Dachsteingletscher entlang Richtung Westen. Nur nicht zu tief kommen war das Motto. Dies gelang bis zum Roßbrand sehr gut. Dieser ist allerdings nur knapp 1800 Meter hoch und hat schon manchen Streckenflug früh beendet. Gemeinsam und mit der nötigen Geduld schaffte ich den Roßbrand, anschließend das Hochgründeck und den Sprung über Mühlbach zum Hochkönig. Dort angekommen wurde endlich die Thermik stärker, vorhersehbarer und ortsfest. Somit ging es mit 2/3 Beschleuniger im Delfinstil an den Flanken entlang, gedreht wurde nur noch, wenn es absolut notwendig war. Auch die Querung über Unken zum Sonntagshorn und weiter zur Hörndlwand waren bei einer Basis von 3.800 Metern ein Genuss. Die Uhr zeigte schon 14:15 für ein 300 km FAI-Dreieck de facto 45 Minuten zu spät. Also umdrehen, eine gute Linie finden und mit maximaler Geschwindigkeit Richtung Alpenhauptkamm. Der Rückweg ging gut, die Westhänge trugen gut und so flog ich über Maria Alm quer über das Pinzgau ins Rauris. Am Alpenhauptkamm war die Basis ebenfalls bei 3.800 Metern, 200 Meter zu tief für einen Sprung über den Alpenhauptkamm nach Mallnitz im Mölltal und zurück. Dadurch war das große Dreieck endgültig nicht mehr realisierbar, also wenden und in aller Ruhe und mit Genuss zurück Richtung Stoderzinken. Nächste Thermikquelle ist üblicherweise der Gamskarkogel im Gasteinertal. Dieser lieferte die erwartungsgemäße gute Thermik. Als diese nicht bei 3.800 Meter schwächer wurde, nahm ich mir die Zeit, um diese bis zum Ende bei 4.000 Metern auszudrehen, den 360°-Rundumblick vom Chiemsee bis in die Dolomiten zu genießen und auf Großglockner und Großvenediger herabzuschauen. Dann ging es weiter mit „Rippenspringen“, sprich immer den höchsten Punkt der jeweiligen Bergrücken westseitig anfliegen, aufdrehen, und weiter zur nächsten Rippe. Mit untergehender Sonne glitt ich dann noch aus um am Landeplatz bereits empfangen zu werden.

Was bleibt:

  • Der Stoderzinken ist ein zugängliches Fluggebiet für alle Streckenfluginteressierten
  • Die hervorragende Organisation vom Sky Club Austria, die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der steierischen Locals
  • Die Eindrücke des 360°-Panoramas ohne sichtbehindernde Wolken
  • Die Bewunderung für Lex Robé, der diese Route über Jahre erforscht und entwickelt hat, sich erfreut, dass über 100 Piloten zum Stoderzinken kommen und Freude haben und abends dann die Getränke für alle in der Pizzeria übernimmt
  • Eine Dreiecksroute, bei der man im Normalfall immer Rückenwind hat
  • Die FASTZINATION, wie weit man mit 25 m² Plastikfolie, 2 Litern Wasser und 6 Müsliriegeln kommt

In Zahlen:

  • Platz 3 in der Bundesligawertung Dank vieler guter Flüge von Vereinsmitgliedern
  • Platz 2 im DHV-XC und Platz 10 im XContest (weltweit) für mich an diesem Tag
  • Flugdetails https://de.dhv-xc.de/flight/2220406

Fotostory von Lex: https://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:Lex/2.05.2026/08:02

Gleitschirmreise Mexiko 2025/26

In den Wintermonaten gilt Mexiko zu einer der besten Ländern, in denen man das Land mit dem Gleitschirm befliegen kann. Dabei kennen die meisten Valle de Bravo, aber auch abseits der sehr beliebten Fluggebiete von Peñon gibt es zeilreiche fantastische Fluggebiete, die ein wahrer Geheimtipp sind. Hierfür sind allerdings spanische Grundkenntnisse hilfreich zur Kommunikation oder man reist mit einer Flugreise.

Jalisco Tapalpa

Rund 2 Autofahrstunden vom Flughafen Guadalajara befindet sich das Fluggebiet von Los Papalotes, einer mexikanischen Flugschule mit sehr gastfreundlichen Piloten. Man kann hier direkt am Toplandeplatz unterkommen. Die Startplätze sind alle fußläufig zu erreichen. Falls man im Tal neben den ausgetrockneten Seen landet, kann man sich abholen lassen oder trampen.

Hier gibt es eine schöne Bergkante, die sich in den Norden erstreckt. Im Süden gibt es den Vulkan Nevado del Colima, der an sehr guten Tagen erreicht werden kann. Beste Jahreszeit ist Oktober und November.

In Los Papalotes gibt es nicht nur gute Piloten sondern auch Köche. Huevo und Arandu bereiten köstliche Spezialitäten nach mexikanischer, amerikanischer oder italienischer Art zu, somit ist man mit allem versorgt was man benötigt. Aber auch Tapalpa ist einen Besuch Wert und die Wasserfälle Cascada El Salto del Nogal.

Ein alter bekannten trifft man dort. Vor 22 Jahren ist Stefan Landfried nach Kanada ausgewandert. Seine Winter verbringt er allerdings in Tapalpa und Kolumbien. Es war großartig alte Geschichten auszutauschen und ein mexikanisches Weihnachtsfest mit Piñata zu feiern.

Ein paar Autostunden entfernt gibt es das Fluggebiet bei Colima, das auch tolle Streckenflug Möglichkeiten bietet. Auch an der Pazifikküste kann man fliegen. Puerto Vallarta ist nicht nur ein sehr beliebtes Reiseziel sondern verfügt auch über Startplätze.

Santiago Nuevo Lion

Nahe der 3. größten Stadt Mexikos Monterey im Norden des Landes befindet sich die magische Ortschaft Santiago. Die lokalen Flugschule und Tandempiloten sind sehr hilfsbereit und shutteln an den Startplatz La Tinaja. Da die Auffahrt 1,5 Stunden dauert empfiehlt sich dieses Fluggebiet im August zu bereisen, denn hier werden die längsten Flüge im Jahr geflogen. Die bewaldeten Berge und schroffen Felsen öffnen sich zu einem See nach dem Start.

Die meisten Piloten dort fliegen Paramotor zu den Abendstunden, weil es für sie einfacher ist zu starten. Touristisch bietet Santiago einen wunderschönen Wasserfall und eine weitere magische Ortschaft.

Valle de Bravo

In Valle de Bravo macht es Sinn sich an die Flugschule Air Touch zu wenden, die bieten Flugreisen von November bis Januar an und fahren den Startplatz bei Peñon an. Hier können weite Streckenflüge unternommen werden, wobei Jochen und Celia über die Fluggelände informieren. Das Bergdorf, wie auch die anderen Fluggebiete liegen auf über 2000 hm. Daher sinkt die Temperatur in der Nacht auf teilweise 5 °C. Deshalb empfiehlt es sich, warme Kleidung einzupacken. Durch diesen Temperaturgradient reichen die Thermiken teilweise auf bis zu 4000 hm, was man auch braucht, denn das Hochplateau hat bewaldete Berge bis 3500 hm.

In der Nähe gibt es Nationalparks, indem Millionen von Schmetterlingen überwintern. Da es allerdings nahezu jeden Tag zum Fliegen geht, sollte man sich dafür einmal Zeit nehmen.

Mexiko Paragling soaring Peñon

La Malinche

Mein absoluter Geheimtipp ist La Malinche. Von Toluca ist es in einer Stunde mit dem Auto zu erreichen, dabei kann man bei dem Geländeinhaber Daniel nach einem Shuttle anfragen. Das besondere in La Malinche ist der Start und Toplandeplatz auf dem direkt die Unterkunft gebaut ist. Jeden Abend ist hier „Magic Air“. Ab 16 Uhr bis zum Sonnenuntergang 18 Uhr kann hier an der Kante gesoart werden. Teilweise steigt die Luft großflächig mit 2 bis 3 m/s auf 3000 hm. Wenn sich die Sonne langsam unter den Horizont schiebt, landet man einfach gemütlich auf dem Startplatz. Hier geht es aber auch auf Strecke. Im Dezember und Januar kann man hier um 10 Uhr starten und das umgebende Land erkunden. Falls man außen landet kommt man mit öffentlichen Taxis wieder zurück und kann weitere magische Ortschaften entdecken. Tenancingo ist eine kleine Stadt, die für ihren Blumenhandel bekannt ist, diese werden bis in die USA exportiert.

Mexiko bietet nicht nur fliegerisch, sondern auch kulturell und landschaftlich viel Abwechslung. Es ist für Anfänger, aber auch für Streckenpiloten geeignet. Nicht ohne Grund trifft man vor allem in Valle de Bravo viele Piloten aus aller Welt. Kulinarisch gehört es zu dem Besten, was ich je schmecken durfte oder wie die Mexikaner sagen „Que rico“.

Winterflucht ins Kerio Valley: Gleitschirmabenteuer in Iten, Kenia

Wo geht man im Winter fliegen?

Nach Namibia stand für uns schnell fest, vielleicht darf es noch ein bisschen *mehr Afrika* sein. Die Wahl fiel auf Kenia. Auch wenn das Land insgesamt recht touristisch ist, ist Iten selbst ein sehr ursprünglicher, ländlich geprägter Ort.
Iten ist weltweit bekannt, allerdings nicht nur unter Gleitschirmfliegern. Neben Paragliding gilt der Ort als Mekka der Langstreckenläufer. Viele der besten Langstreckenläufer der Welt verbringen hier ihren Winter für das Höhentraining. So trafen wir vor Ort sogar die ehemalige Weltrekordhalterin im Halbmarathon Lornah Kiplagat. Auf etwa 2400 Metern Höhe finden sie ideale Bedingungen, genau wie wir in der Luft.
Für uns war schnell klar, wenn es um Streckenflug geht, gehört Iten zu den spannendsten Gebieten überhaupt. Hier wurden beeindruckende Geschwindigkeitsrekorde im flachen Dreieck geflogen. Dazu kommen nahezu täglich fliegbare Bedingungen und Temperaturen konstant über 25 °C, perfekte Voraussetzungen für eine gelungene Winterflucht.
Ein entscheidender Teil unserer Vorbereitung war der Kontakt zu Veit Kessen. Er lebt seit vielen Jahren in Kenia und ist Präsident der Paragliding Association Kenya. Bereits im Vorfeld nahm er sich Zeit für ein ausführliches Telefonat mit uns und versorgte uns mit wertvollen Informationen, insbesondere zur Rückholung nach Außenlandungen und zu den lokalen Gegebenheiten. Seine Tipps waren für uns extrem hilfreich, an dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön.

Sein Podcast Auftritt bei Lu Glidz:
[https://lu-glidz.blogspot.com/2022/03/podz-glidz-77-uber-elefanten.html]

Anreise, ein langer Weg nach Afrika

Am 11. Januar ging es los, Melli, Martin und Eike trafen sich an der Bushaltestelle Ostdeutsche Galerie in Regensburg. Am Hauptbahnhof stieß Simon zur Gruppe hinzu, und gemeinsam ging es weiter Richtung Flughafen München. Parallel machten sich unsere Freunde Zbynek und Jakub vom PG Club Plzen aus Prag auf den Weg nach Nairobi.
Am Abend starteten wir von München Richtung Abu Dhabi, während die beiden Tschechen über Kairo flogen. In Nairobi angekommen war unsere Gruppe schließlich das erste Mal komplett, und natürlich wurde das direkt mit einem Tusker Bier gefeiert.
Doch damit war die Reise noch nicht vorbei, von Nairobi ging es mit einem Inlandsflug weiter nach Eldoret. Von dort aus waren es noch etwa eine Stunde Taxi bis nach Iten. Nach über 24 Stunden Anreise kamen wir schließlich erschöpft, aber voller Vorfreude im Kilima Resort an und bezogen unsere Zimmer.

Unterkunft und erste Eindrücke

Iten liegt auf etwa 2400 Metern Höhe, fast direkt am Äquator. Die Tageslängen sind hier nahezu konstant, Sonnenaufgang gegen 6 Uhr, Sonnenuntergang gegen 18 Uhr. Gerade in den Wintermonaten herrscht Trockenzeit, und der Wind steht zuverlässig auf die Kante, ideale Voraussetzungen zum Fliegen.
Als wir im Kilima Resort ankamen, war es bereits dunkel. Trotzdem wurde extra auf uns gewartet, und wir bekamen noch ein warmes Abendessen am großen Gemeinschaftstisch. Unsere Gastgeber Florence und Koen kümmerten sich liebevoll um alle Gäste. Gegessen wurde jeden Abend gemeinsam, Piloten aus ganz Europa und darüber hinaus kamen hier zusammen, Tschechen, Polen, Slowenen, Italiener, Holländer, Schweizer, Franzosen, Briten und wir als deutsch tschechische Gruppe. Zudem trafen wir vor Ort auch Michael Heberlein von den Fensterbachern.
Am nächsten Morgen bot sich uns dann zum ersten Mal der Blick ins Kerio Valley. Der afrikanische Grabenbruch lag direkt vor uns, ein Anblick, der sich für uns alle fast unwirklich anfühlte. Es wirkte, als würde man auf einen endlosen Ozean blicken.

Fluggebiet Kerio Valley

Der Startplatz war im wahrsten Sinne des Wortes unsere Terrasse, näher kann man kaum wohnen. Für uns bedeutete das, aufstehen, frühstücken und direkt los. Zbynek ging sogar so weit, sich im Zimmer komplett startbereit zu machen und quasi direkt aus dem Bett zu starten.
Der Start erfolgt von einer Klippe und ist nicht zu unterschätzen. Sobald der Wind nicht sauber ansteht, wird es unruhig und anspruchsvoll. So kam es bereits am ersten Tag bei allen zu mehreren Startabbrüchen.
Grundsätzlich kommt der Wind fast täglich aus östlicher Richtung, teilweise mit leichtem Nord oder Südeinschlag. Typisch sind etwa 15 bis 20 kmh Wind, allerdings mit deutlichen Steigerungen im Tagesverlauf.
Am Morgen ist das Fliegen meist noch angenehm ruhig. Doch schon ab etwa 9 Uhr nimmt die Thermik zu, und gegen 10 Uhr können am Landeplatz kräftige Ablösungen mit Steigwerten von bis zu 6 m s auftreten. Mittags ist Starten oft kaum mehr möglich, daher konzentriert sich das Starten auf den Morgen und den späten Nachmittag. An einzelnen Tagen wurden am Startplatz gegen 11.20 Uhr Böen und Ablösungen von über 50 kmh gemessen.
Diese Bedingungen sorgen für enormes Potenzial, aber eben auch für anspruchsvolle und teilweise sehr turbulente Flüge.

Landeplätze und Rückholung

Landemöglichkeiten gibt es viele, insbesondere die Sportplätze der umliegenden Schulen werden häufig genutzt. Auf den ersten Blick wirken diese großzügig, doch im Anflug merkt man schnell, dass sie durch Thermik und Gelände deutlich kleiner werden als gedacht.
Zusätzlich erschweren Lee Effekte, kräftige Ablösungen sowie Hindernisse wie Bäume und Stromleitungen die Landeeinteilung. Eine saubere Planung und ein gutes Auge sind hier entscheidend.
Die Rückholung funktioniert dafür umso beeindruckender, die BodaBoda Fahrer, also Motorradtaxis, sind fester Bestandteil des Systems. Oft verfolgen sie die Piloten bereits während des Fluges, und nicht selten stehen sie schon bereit, bevor man überhaupt gelandet ist.

Fliegen in Iten

Unser Tagesablauf stellte sich schnell ein, früh raus, meist gegen 8 Uhr starten und die ruhigen Morgenstunden nutzen. Die meisten Flüge endeten gegen 10 oder 11 Uhr, bevor es zu stark wurde. Am späten Nachmittag folgte dann oft noch ein ruhiger Abendflug.
Die Morgenflüge waren geprägt von beeindruckender Landschaft und langen Kantenflügen . Gleichzeitig spürte man schnell, wie dynamisch die Luft hier ist.
Das XC Potenzial ist enorm. Während unseres Aufenthalts war unter anderem Ondřej Procházka vor Ort. Er war vom 10. Januar bis zum 4. Februar, also insgesamt 26 Tage, in Iten und flog in dieser Zeit 23 Strecken über 100 km. Kurz nach unserer Abreise stellte er zudem einen neuen Rekord auf, 340,7 km im flachen Dreieck mit einem Schnitt von über 35 kmh.
Solche Zahlen zeigen eindrucksvoll, was in diesem Gebiet möglich ist.

Erlebnisse am Boden

Neben dem Fliegen waren es vor allem die Begegnungen, die diese Reise so besonders gemacht haben.
Viele Landungen wurden zu kleinen Ereignissen, schon aus der Luft konnte man beobachten, wie Kinder auf die Landeplätze zuliefen. Nach der Landung wurde man von lachenden, neugierigen Gruppen empfangen, oft dutzende oder sogar hunderte Kinder, die uns begrüßten, sangen und einfach pure Freude ausstrahlten.
Auch abseits der Fliegerei gab es viel zu erleben. Wir wanderten zu Wasserfällen, sahen Angola Stummelaffen, besuchten Schulen und trugen uns in deren Gästebücher ein. Einige von uns saßen zum ersten Mal auf einem Motorrad und erkundeten damit die Umgebung. Wir gingen auf Märkte, aßen frisches Obst direkt am Straßenrand und probierten lokale Spezialitäten. So viel frischen Mangosaft wie in diesen Tagen haben wir wohl noch nie getrunken, schnell wurden wir zu Stammgästen in einer kleinen Juice Bar.
Wir besuchten einen Gottesdienst und wurden anschließend vom Pastor zu Tee und Gebäck eingeladen. Bei einem weiteren Ausflug zu einer Schule wurden wir von den Kindern mit Gesang empfangen, Momente, die uns besonders in Erinnerung bleiben werden.
Das Leben in Iten spielt sich draußen ab und man wird schneller Teil davon, als man erwartet.

Besondere Momente

Natürlich gab es auch Tage, die uns besonders im Gedächtnis geblieben sind.
Starke Bedingungen mit extremen Böen führten dazu, dass wir bewusst auf das Fliegen verzichteten, während gleichzeitig erfahrene XC Piloten unterwegs waren. Einmal war Jakub nach einem Flug lange verschwunden. Ohne funktionierende Powerbank gab es keinen Kontakt. Erst spät am Abend kam er wieder zurück.
In solchen Situationen wird deutlich, wie wichtig ein Livetracker ist und vor allem, dass darin auch die kenianische Telefonnummern seiner Gruppenmitglieder hinterlegt sind.
Leider kam es während unseres Aufenthalts auch zu mehreren Unfällen und leider zu einem Todesfall. Das hat uns allen noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie ernst dieses Gebiet zu nehmen ist.

Sicherheit und Einschätzung

Das Kerio Valley ist ein Gebiet mit enormem Potenzial, aber auch mit klaren Risiken.
Es gibt bekannte Bereiche, in die man nicht einfliegen sollte. Hält man sich an diese Regeln und kennt seine eigenen Grenzen, kann man hier außergewöhnliche Flüge erleben. Ignoriert man sie, wird es schnell gefährlich.
Auch der Flugstil vor Ort ist speziell, häufig wird beschleunigt und relativ niedrig entlang der Kanten in starker Thermik geflogen, um den Schnitt hoch zu halten. Kommt es hier zu einem Klapper, muss sofort reagiert werden. Die Flughöhe ist oft gering, im Ernstfall bleibt wenig Zeit. Entsprechend wichtig ist es, klare Entscheidungen zu treffen und im Zweifel auch frühzeitig den Rettungsschirm zu werfen.

Fazit

Iten ist ein einzigartiger Ort, landschaftlich, fliegerisch und menschlich. Die Menschen vor Ort sind unglaublich hilfsbereit. Egal wo man landet, es dauert nicht lange, bis jemand zur Hilfe kommt.
Wir würden jederzeit wieder hinreisen. Gleichzeitig würden wir aber auch klar davon abraten, dieses Gebiet als Anfänger zu besuchen. Die Bedingungen sind anspruchsvoll und erfordern Erfahrung sowie ein gutes Gefühl für Wetter und Gelände. Das Fliegen hier unterscheidet sich deutlich von den Bedingungen in den Alpen oder im Bayerischen Wald.
Für fortgeschrittene Piloten und ambitionierte Streckenflieger hingegen ist das Kerio Valley ein echtes Paradies.

Abschluss

Den letzten Abend verbrachten wir in Nairobi auf der Dachterrasse eines Hotels. Noch immer im Urlaubsmodus und eher wie typische Gleitschirmflieger gekleidet, saßen wir dort zwischen deutlich schicker gekleideten Gästen und ließen die Reise Revue passieren.
Spät in der Nacht trennten sich dann unsere Wege wieder, Zbynek und Jakub flogen zurück nach Prag, wir nach München.

Und eines stand fest:
Diese Winterflucht wird uns noch lange begleiten

Jahreshauptversammlung 2026

Am 13.März fand die diesjähriges Jahreshauptversammlung des GSC-Ratisbona statt zu dem sich 25 Mitglieder im Spitalkeller einfanden. Neben einem Rückblick auf 2025 stand insbesondere die Neuwahl eines neuen Kassiers an. Robert Mair trat nach 20Jahren in seinem Amt nicht mehr an. Michael Spring wurde mit großer Mehrheit zum neuen Kassier bestimmt.
Der neue GSC Vorstand setzt sich damit wie folgt zusammen:

Dr. Christoph Gärditz – 1. Vorstand
Dominik Schmeer – 2. Vorstand und Geländewart
Stefan Weber – Geschäftsführer
Simon Fleischer – Sportwart
Dr. Michael Spring – Kassier

Wir freuen uns sehr mit Michael ein neues Gesicht im Vorstand begrüßen zu dürfen. Herzlichen Dank für die Übernahme des Amtes! Robert war bei seiner Wiederwahl 2025 nur für 1 Jahr angetreten. Um im 2-Jahres-Turnus des übrigen Vorstands zu bleiben, wird Michael sein Amt daher zunächst für 1 Jahr ausüben. Der gesamte Vorstand wird dann wieder Anfang 2027 gewählt.
Ein ganz besonderer Dank gilt dem bisherigen Kassier Robert, der das Amt ganze 20 Jahre inne hatte! Aufgrund besonderer Verdienste für den Verein wurde Robert zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernannt.

Euer Vorstand

Rettertraining 2026

Die „2. Chance“ im Grutzeug zu haben ist ein essentieller Sicherheitsfaktor in unserem Sport. Umso wichtiger sind das Training der schnellen Nutzung des Rettungsschirms und seine einwandfreie Verpackung im Gurtzeug. Zu diesem Zweck trafen sich Mitte Januar ca. 35 Pilotinnnen und Piloten zum gemeinsamen Rettertraining in der Turnhalle am Napoleonstein. Christian vom Team von der Flugschule Wildschönau gab zu Beginn ein Update zum aktuellen Stand des Lizenzaustausch-Abkommens zischen Deutschland und Österreich. Anschließend konnte jeder seine Rettung unter realistisch dynamischen Bedingungen selbst werfen. Sogar eine Tandemrettung war mit von der Partie – merklich schwerer und größer als die Soloschirme. Mit großem Engagement und Sorgfalt wurde anschließend ganze Arbeit geleistet und alle Retter noch vor Ort gepackt. Ein intensiver Tag, der am späten Nachmittag erfolgreich endete.

Herzlichen Dank an die Flugschule Wildschönau für das Retterseminar vor Ort und die Hilfe der Vereinskollegen. Wir wünschen euch mit den frisch gepackten Rettungen einen guten Start in die neue Saison!

Euer Vorstand

Pflege der Fluggebiete und Abschlussfeier

Nach einer wettertechnisch gemischten Saison stand am 22.November die diesjährige Abschlussaktion an. Sowohl in Winzer als auch in Kallmünz waren viele fleißige Hände am Werk und haben die Start- und Landeplätze von zu viel Bewuchs befreit. Am Ende waren unsere Hotspots wieder in tadellosem Zustand.

Besonderes Highlight war die Installation einer eigenen Wetterstation am Startplatz Winzer. Eine eigene Arbeitsgruppe und Führung von Alex hatte die Hardware vorbereitet, 3D Teile gedruckt und den Mast besorgt. Vielen Dank dafür – wir sind gespannt auf die Windwerte.

Am Abend folgte die traditionelle Abschlussfeier im Spitalkeller: Volles Haus mit einem neuen Rekord von deutlich über 70 Gästen sorgte für eine tolle Atmosphäre. Gestartet wurde mit einem Glühweinempfang im Biergarten bevor es ein Mehrgängemenü im großen Saal gab. Vielen Dank an das Team des Spitalkellers für den tollen Service.

Begleitet wurde die Abschlussfeier von einem kompakten Rückblick auf das Jahr mit Rettertraining, zahlreichen gut besuchten Stammtischen (u.a. auch in Kallmünz und Winzer) und einem tollen Sommerfest in Kallmünz. Von Sportwart Simon wurden die sportlichen Highlights zusammengefasst und in diversen Klassen die Besten ihren Zunft geehrt. Auch der Verbleib in der 1. Bundesliga darf dabei nicht unerwähnt bleiben.

Der Vorstand wünscht alle Pilotinnen und Piloten eine entspannte Weihnachtszeit. Das Jahr 2026 startet mit dem ersten Stammtisch am 09. Januar und dem Rettertraining am 17. Januar in der Turnhalle am Napoleonstein.

GSC Sommerfest

Auch dieses Jahr gab es Ende Juni ein tolles Sommerfest mit allem Drum und Dran. Das Wetter spielte mit das Orga Team hatte nach vielen Stunden Vorbereitung alles vor Ort: Zelt, Grill, Partytruck und gute Laune. Knapp 60 GSC’lerinnen und GSC’ler feierten in entspannter Atmosphäre. Die Schlange am Grill wurde schnell länger und der Bier-Ausschank war gut „bewacht“ von diversen Fliegerkollegen. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen ging der Vorrat an Hopfenkaltschale schnell zu Neide und Nachschub musste herbeigeschafft werden. Mit einbrechender Dämmerung wurden am gemütlichen Lagerfeuer zusammen gesessen und sogar Live-Musik gemacht.

Herzlichen Dank das Team für die Organisation und Vorbereitung! Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

Jahreshauptversammlung 2025

Am 14.März fand die jährliche Jahreshauptversammlung des GSC-Ratisbona statt. Im Spitalkeller fanden sich 25 Mitglieder ein. Neben einem Rückblick auf 2024 stand ein Blick auf die Finanzen sowie die Neuwahl des gesamten Vorstands an. Das Protokoll findet ihr hier.
Der neue GSC Vorstand setzt wie folgt zusammen:

Dr. Christoph Gärditz – 1. Vorstand
Dominik Schmeer – 2. Vorstand und Geländewart
Stefan Weber – Geschäftsführer
Simon Fleischer – Sportwart
Robert Mair – Kassier

Wir freuen uns sehr mit Simon ein neues Gesicht im Vorstand begrüßen zu dürfen.
Vielen Dank auch an unseren ehemaligen Sportwart Andreas und die 2. Vorständin Kim: Beide kandidierten nicht für eine weitere Amtszeit.
Viel Erfolg in den kommenden beiden Jahren für den neuen Vorstand!

Erfolgreiches Rettertraining

Mitte Januar trafen sich zahlreiche Pilotinnnen und Piloten zum gemeinsamen Rettertraining in der Turnhalle. Christian und das Team von der Flugschule Wildschönau gab neben einem Update zu aktuellen technischen Entwicklungen eine kompakte theoretische Einweisung. Anschließend konnte jeder seine Rettung unter realistisch dynamischen Bedingungen selbst werfen. Viele nutzen auch die Chance der zweiten Station und trainierten den Landefall, um nach erfolgreicher Retterauslösung Verletzungen bei der Landung zu vermeiden. Parallel wurde bereits mit großem Engagement und Sorgfalt ganze Arbeit geleistet, so dass alle Retter noch vor Ort gepackt wurden. Ein intensiver Tag, der am späten Nachmittag endete.

Herzlichen Dank an die Flugschule Wildschönau für das Retterseminar vor Ort.
Wir wünschen mit den frisch gepackten Rettungen einen guten Start in die neue Saison!

Christoph

Pflegeaktion und Abschlussfeier

Am 16.November stand der Abschluss einer überaus erfolgreichen Saison an. Am Vormittag trafen sich gut 30 Helferinnen und Helfer, um die Fluggeländer Winzer und Kallmünz zu reinigen und freizuschneiden. Alle packten tatkräftig mit an und konnten die Start- und Landeplätze wieder in einen tollen Zustand versetzen.

Am Abend folgte die traditionelle Abschlussfeier: Knapp 70 Pilotinnen und Piloten trafen sich im Spitalkeller, um das Fliegerjahr Revue passieren zu lassen. Zum Empfang gab es heißen Glühwein im Biergarten bevor es in den liebevoll vorbereiteten Saal ging. Angefangen mit einem sehr gut besuchten Rettertraining über mehrere Ausfahrten bis hin zum Sommerfest war in 2024 alles dabei. Stefan präsentierte die sportlichen Höhepunkte der Saison. Ein echtes Highlight war dabei der 4.Platz in der Bundesliga – das beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte.

Es folgte die Ehrung der besten Pilotinnen und Piloten in den verschiedenen Kategorien sowie die Verleihung des Streckenflug-Wanderpokals Eiserner Gustav. Dieser ging nach kurzes Abstinenz wieder nach Lappersdorf „home of XC pilots“. Auch dieses Jahr zeigte Kathi eine ganz starke Leistung auf diversen Wettkämpfen. Kommendes Jahr wird sie sogar im PWC fliegen.

In gemütlicher Atmosphäre kam natürlich auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Vielen Dank an das Team des Spitalkellers für den tollen Service.

Der Vorstand wünscht alle Pilotinnen und Piloten eine entspannte Weihnachtszeit. Das Jahr 2025 startet mit dem ersten Stammtisch am 10. Januar und dem Rettertraining am 18. Januar.